eine Wohlfahrtsaktion der cashgroup Banken

presseinfo
Münchner tz am 02.01.2003 | 41 kb

]
14.12.2002:
presseinfo|
robinhausfotos|
Abendzeitung|
tageszeitung| Süddeutsche|
 
02.01.2003:
presseinfo|
tageszeitung|
radio charivari|
 
01.03.2003:
Samstagsblatt|
[

 

Münchner tageszeitung am 02.01.2003,
S. 9, München und Region:

Obdachlose sollen
in Banken schlafen

"Robin Haus" will, dass Geldinstitute im Winter Vorhallen öffnen

bw.München

Nacht war´s und neblig auch, als rund 20 junge Leute gestern zwischen 3 und 7 Uhr in der Stadt ausschwärmten, um dringende Bankgeschäfte zu erledigen: Sie pappten Etiketten neben die verschlossenen Türen von rund 350 Geldinstituten. Darauf abgebildet: ein Bett mit Person darin und Schirm darüber sowie die Aufschrift: "Eine Wohlfartsaktion der cashgroup-Banken."

Auch auf dem Wapperl: das vertraute blaurote EC-Emblem - aber hier steht es für "encourage". Diesen Namen hat sich eine überregionale Kampagne für sozialen Wohnraum gegeben. Ihr Sprecher David Herzog, 28 Jahre alt und Jurastudent: "Wir haben 800 Stück drucken lassen [...]

Die Münchner encourage-Aktivisten haben schon als Gruppe "Robin Haus" Mitte Dezember durch eine Hausbesetzung auf sich aufmerksam gemacht (tz berichtete).

Herzog erklärt den Sinn der jüngsten Aktion: "Die Banken sollen ihre Vorräume für Obdachlose öffnen, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit." Er erwartet, dass sich die Bankenbosse verständnisvoll zeigen: "Ein Eck ist doch bestimmt verfügbar, es muss ja nicht neben dem Geldautomaten sein."

Wie schlimm die Wohnungsnot für Menschen ohne großen Geldbeutel ist, weiß Herzog von seinen Kommilitonen. "Viele haben nicht mal einen Platz im Container." Letzten Sommer hätten einige sogar Zelte vor der Kunstakademie aufgeschlagen. Nicht viel besser geht´s Berufstätigen mit kleinem Einkommen und alten Menschen. "Nach der Hausbesetzeraktion hat sich eine 87-jährige Frau gemeldet, sie will beim nächsten mal auf jeden Fall dabei sein", so Herzog.

Etliche nächste Male hat Robin Haus schon geplant - auch als Anregung für Stadt und Staat. Herzog: "Wenn zum BeispielPrivate ihre Häuser leer stehen und verfallen lassen, ist eine Beschlagnahme möglich."

Robin Haus will OB Christian Ude beim Kampf um mehr Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau unterstützen. Aber: "Die Stadt muss auch selbst mehr dafür investieren."